Herbst
Wieder zieht ein Herbst ins Land.
Sanken doch die Ähren
unter eines Schnitters Hand.
Linde fällt nun Blatt um Blatt.
Konnten es nicht wehren,
lösten sich so müd und matt.
Winde treiben vor sich her
Zweige, Staub und Erde.
Keine Blume blüht nun mehr.
Ganz von fern der Glockenton
einer letzten Herde
klingt bald auf und schwingt davon.
Ach, es kommt die große Nacht,
hüllt die Welt in Schweigen.
Kommt und ist, eh du’s gedacht.
Und der weiche, weiße Flaum
wirbelt seinen Reigen
noch versöhnend in den Raum.
Doch erlösen wird ein Tag —
so es Gottes Wille —
was so lang im Grabe lag.
Veilchen blühen dann im März.
Bis dahin sei stille,
ruh’ dich aus, mein töricht Herz.