Herbstzeitlose

Zeitlose, — Freudlose! —
Blühtest zu spät.
Rauh von den Bergen
der Winterwind weht.
Nicht in des Sommers
leuchtendem Glanz
sahst du die Mücken
im trunkenen Tanz.
Jubelnde Lerchen
in Liebeslustfsang,
brandrote Rehe,
den Waldrand entlang, —
alles ist fremd dir!
Blühtest zu spät.
Rauh von den Bergen
der Winterwind weht.

Zeitlose, — Leidlose! —
Blühst früh genug.
Leuchtender Sommer
viel Leid in sich trug.
Miedest der Sonne
versengende Glut,
aufschäumte nimmer
dein drängendes Blut.
Sterbende Adler,
dem Lichte zu nah,
todmüde Wandrer,
die niemand mehr sah, —
alles ist fremd dir!
Blühst früh genug.
Leuchtender Sommer
viel Leid in sich trug.