Traubenhyazinthen

Ich sah sie nimmer wieder,
seit ich an Vaters Hand
in fernen Kindertagen
die stillen Wege fand.

Dort standen sie, die Trauben,
auf hohem, schwankem Stiel,
wie tiefste Himmelsbläue,
die uns zur Erde fiel.

Viel Sommer sind verronnen,
viel Freude und viel Leid,
und meine Sehnsucht träumte
zurück in Kinderzeit.

So sät’ ich Hyazinthen
in meinen Garten ein
und betete im stillen,
es mög’ bald Frühling sein.

Die warmen Nächte kamen,
es brachen Schnee und Eis,
und viele blaue Blüten
umstanden mich im Kreis.

O Traubenhyazinthen, —
daß ich euch doch noch fand!
Mir war’s, ich ginge wieder
an meines Vaters Hand.