Rückblick
Der Sommer vergangen,
die Wälder blutrot,
das Herz in Verlangen,
in Sehnsucht und Not.
So fand ich die Stelle,
mit Moosen belegt,
wo heimlich die Quelle
flüsternd sich regt.
Hier ruhten wir beide —
die Sonne schien her —
in Liebe und Leide
war leicht uns und schwer.
Hier kühlten wir beide —
die Sonne verging —
und Liebe und Leide
uns allzwei umfing.
Du kamst mit dem Winde
im blühenden Mai.
Dort, diese Rinde
schnitt ich entzwei
und ritzte die Herzen,
das dein’ und das mein’,
die Lust und die Schmerzen
grub ich hinein.
Du gingst mit dem Winde
in Spätsommernacht
und hattest die Sünde
in Unschuld verlacht.
O Tage der Liebe,
nun seid ihr dahin.
Der Himmel so trübe,
so trüb wie mein Sinn.
Das Herz in Verlangen,
in Sehnsucht und Not,
der Sommer vergangen,
die Wälder blutrot.