Maienschnee
Es fiel ein Schnee in der Maiennacht,
da kaum erst die Blüten geboren.
Am Morgen, als wieder die Sonne lacht,
war alles, war alles erfroren.
Es fiel ein Schnee auf das Herze mir,
das eben gar selig erglühte,
und ließ es erzittern für und für
und sterben Blüte um Blüte.
So stille ist’s nun am Rosenbaum;
kein Sommer mit reifenden Früchten.
Im Dunkel liegt meines Glückes Traum,
und nimmer wird es sich lichten.
Übers Jahr, wenn der Frühling wieder erwacht,
aufs neue die Rosen erscheinen,
da werde ich selber zur Maiennacht
vor diesen Blüten dann weinen.