Sommerzeit
In der Sommerzeit,
wenn im Blütenkleid Wald und Feld im Sonnengolde stehn,
geht mein stiller Blick
in die Zeit zurück,
die so schnell ich sah vorübergehn.
Da als Knabe ich
durch die Hecken schlich,
rote Rosen ohne Sinnen brach, —
nur die Sonne sah, wie mir dann geschah.
Durch die Zweige schien ihr Lächeln nach.
Wenig später dann,
als die Lieb’ begann
und zum erstenmal ich zag geküßt,
als die Lerche sang
und mein Herz erklang,
wußt’ ich, daß ein Sommersonntag ist.
O, du Sonnenzeit,
bist mir lieb und leid,
deine Lust und Freud’ vergeß’ ich nicht.
Nun ich einsam bin
alle Tage hin,
schenkst du immer noch dein golden Licht.
Wenn ich sterben muß,
einen letzten Gruß
laß noch einmal mir die Sonne sein.
Und dann geh ich still,
so wie Gott es will,
in mein letztes Ruhebette ein.